Bitterer Jahresstart für das Kfz-Gewerbe

[19.02.2021] Großburgwedel.  Der niedersächsische Pkw-Markt ist, wie befürchtet, im Januar mit minus 19,9 Prozent eingebrochen. 19.049 (Vorjahr: 23.790) Pkw-Neuzulassungen seien für das krisengeplagte Kfz-Gewerbe ein bitterer Jahresstart, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, zu den aktuellen KBA-Länderzahlen.

Benziner hätten 38 Prozent verloren, Diesel 21,7 Prozent. Dies seien 7.538 (Vorjahr: 12.164) Benziner und 6.407 (Vorjahr: 8.187) Diesel. Die Monatsstatistik zeige die harten Auswirkungen des erneuten Lockdowns, aber auch erhebliche Marktverzerrungen. 1.737 (Vorjahr: 1.232) reine batteriebetriebene Pkw (BEV) und 1.615 (Vorjahr: 721) Plug-in-Hybride (PHEV) zeigten die unverändert starke Nachfrage nach elektrifizierten Neuwagen.

Doch dieser Boom komme nicht aus heiterem Himmel, sondern werde mit gewaltigen Subventionen wie der Innovationsprämie sowie mit Rabatten seitens der Hersteller teuer erkauft. Mittlerweile mehren sich, wie Bley sagte, kritische Stimmen, die vor der marktverzerrenden Lenkungswirkung der großzügigen Bezuschussungspolitik warnen.

Vor dem Hintergrund eines desaströsen Jahresstarts blieben die Hoffnungen des Autohandels auf einen baldigen Restart unerfüllt. Der Umsatzverlust im Januar beträgt Bleys Angaben zufolge rund 170 Millionen Euro. Die Finanzpolster seien stark geschrumpft, die Branche benötige Liquidität, vor allem aber eine Öffnungsperspektive. Es reiche nicht aus, wie dieser Tage in einem Öffnungspaket Probefahrten im Handel zu gestatten.  Der stationäre Handel müsse unbedingt kurzfristig wieder geöffnet werden.

Letzte Änderung: 19.02.2021Webcode: 0133298