Bley bleibt beim Nein für Elektro-Kaufprämie

[29.02.2016] Großburgwedel/Bremen. Das niedersächsische und das bremische Kfz-Gewerbe haben sich in die aktuelle Diskussion über eine Kaufprämie für Elektro-Fahrzeuge, wie bereits auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), eingeschaltet. "Wir bleiben beim Nein für eine Prämie. Sie ist nicht nachhaltig. Sie stärkt Mitnahme-Effekte und Export-Spiele." Mit diesen Worten reihte sich der Präsident des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, Karl-Heinz Bley, MdL, in die Gruppe der Gegner ein.

Elektrofahrzeuge seien nur lokal emissionsfrei. In Deutschland seien nämlich derzeit nur etwa 30 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dieser Anteil sei nicht beliebig schnell vergrößerbar. Die Kaufprämie stelle zudem einen gravierenden staatlichen Eingriff in das Marktgeschehen dar.

Die in Niedersachsen um 25 Prozent auf rund 1.000 und in Bremen um 50 Prozent auf 49 gesunkene Zahl der Elektro-Neuzulassungen 2015 zeige das geringe Kauf­interesse, das auch durch die staatliche Förderung bei den Privatkäufern nicht belebt werden könne. Es gebe bekanntlich andere Gründe wie Reichweite und Anschaffungspreis, der auch durch die Prämie vom durchschnittlichen Kaufpreis eines neuen Pkw um mehrere Tausend Euro entfernt sei.

Bley sagte, vordringliche Aufgabe müsse es sein, eine leistungsfähige Lade-Infrastruktur und intelligente Bezahlsysteme, z.B. per Smartphone für Parken und Laden, zu schaffen. Es sei zu befürchten, dass die Prämie lediglich Mitnahme-Effekte in Käuferkreisen auslösten, die keine staatliche Subvention für die Elektromobilität benötigten.

Letzte Änderung: 29.02.2016Webcode: 0104238