Bley: Zügige Umsetzung der "neuen Gebührenfreiheit"

[04.09.2017] Großburgwedel. Das Kfz-Gewerbe erwartet nach dem Beschluss des Landtages in Niedersachsen eine "zügige Umsetzung der neuen Gebührenfreiheit". In der zeitnah beginnenden Umsetzungsphase müssten die Richtlinien formuliert und die entsprechenden Haushaltsbeschlüsse gefasst werden, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen.

Der Schritt eins ist getan. Jetzt muss Schritt zwei folgen. Schon jetzt gibt es Anfragen von angehenden Meisterschülern, die sich auf den Beschluss des Landtages beziehen. Die Bildungseinrichtungen brauchen ebenfalls Klarheit und Planungssicherheit.

In seiner letzten Sitzung vor der Auflösung hatte der Landtag in Hannover mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen, dass Meister, Techniker, Fachwirte und Berufspädagogen keine Lehrgangs- und Prüfungsgebühren mehr bezahlen sollen. Damit wird nach Auffassung von Karl-Heinz Bley, der auch Mitglied des Landtages ist, nicht nur die Attraktivität der Meisterausbildung, sondern auch die Attraktivität der dualen Ausbildung im Allgemeinen gestärkt.

Um diesen Beschluss umzusetzen, will der niedersächsische Wirtschaftsminister nach Darstellung von Bley nun Gespräche mit den niedersächsischen Handwerkskammern führen. Es sollen konkrete Modelle entwickelt werden, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann. Ziel sei es, langfristig eine bundeseinheitliche Lösung zu finden. Niedersachsen wolle gegebenenfalls auch eine Vorreiterrolle für die Gebührenfreiheit einnehmen.

Bley erinnerte daran, dass dieser Beschluss des Landtages für berufliche Bildung und auch die Aufstiegsfortbildungen zum Meister oder Techniker für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Fachkräftesicherung große Bedeutung hätten. Seit Jahren werde aktiv für die Meisterausbildung geworben, doch die hohen Meisterkurs- und Prüfungsgebühren von oft weit über 10.000 Euro wirkten für viele junge Menschen abschreckend. Deswegen sei es das Ziel des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums und aller Fraktionen, die Meisterschülerinnen und -schüler komplett und möglichst unbürokratisch von den Kurskosten zu entlasten.

Auch der Niedersächsische Handwerktag hatte sich an die Politik gewandt, indem er in seinen Positionen zur Landtagswahl gefordert hatte, die Meisterausbildung wieder zu stärken und die Meistervorbereitung dem Studium finanziell gleichzustellen. In nächster Zeit werde sich der niedersächsische Wirtschaftsminister mit den Handwerkskammern treffen und Modelle diskutieren, wie das Vorhaben umgesetzt werden könne.

Bley sagte auch, dass das Meister-Bafög unabhängig von der Entscheidung des Landtags bestehen bleiben müsse, da dies weiterhin für den Lebensunterhalt in der Phase der Meisterausbildung unverzichtbar sei.

Letzte Änderung: 04.09.2017Webcode: 0115664