Diesel-Nachfrage rutscht weiter ab

[19.09.2017] Großburgwedel. Die Nachfrage nach neuen Pkw ist im August weiter abgerutscht. Mit minus 8,3 Prozent zählt Niedersachsen zu den Verlierern im Länder-Ranking der Pkw-Neuzulassungen im August. Bundesweit hatte es Gewinne von 3,5 Prozent gegeben. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, kommentierte die aktuellen KBA-Länderzahlen mit den Worten: "Die Wunden des Diesel-Skandals werden größer."

Die Monatsbilanz August weise mit 22,6 Prozent ein stark überdurchschnittliches Minus für den Diesel aus. Dies seien 9.414 (Vorjahr: 12.168) Zulassungen. Leicht im Minus sei der Benziner mit einem Rückgang von 0,7 Prozent auf 14.980 (Vorjahr: 15.091) Verkäufen. Erfreulich sei, dass die Nachfrage nach neuen Pkw mit alternativen Antrieben prozentual stark gewachsen sei. 195,8 Prozent plus bei Elektro-Pkw, 136,9 Prozent bei Hybrid-Pkw und 69,4 Prozent für gasbetriebene Neuwagen seien wichtige Signale. In absoluten Zahlen bedeutet dies nach Darstellung von Bley: 210 (Vorjahr: 71) Stromer, 680 (Vorjahr: 287) Hybrid- und 105 (Vorjahr: 62) Gas-Pkw.

Die Zwischenbilanz weise für den Pkw-Markt in Niedersachsen ein Minus von 1,6 Prozent auf 241.786 (Vorjahr: 245.767) Neuzulassungen aus. Dabei liege der Benziner mit 5,5 Prozent Steigerung auf 137.542 (Vorjahr: 130.366) Verkäufen vorn. Der Diesel habe 12,9 Prozent verloren und bilanziere noch 97.564 (Vorjahr: 111.987) neue Pkw.

Bley sagte abschließend, diese Entwicklung der Teilmärkte gefährde die bald geltenden Grenzwerte für Kohlendioxid-Emissionen. Bekanntlich müssten spätestens im Jahr 2021 die Neuwagenflotten der Hersteller in der Europäischen Union im Durchschnitt noch 95 Gramm Kohlendioxid emittieren. Bley: "Dieses Ziel erreichen wir vermutlich nur mit einem starken Diesel."

Letzte Änderung: 19.09.2017Webcode: 0115927