Diesel-Pkw im Sturzflug

[19.07.2017] Bremen. Diesel-Pkw haben im Juni rund 50 Prozent verloren. Der "Sturzflug des Selbstzünders" sei auf Sondereffekte vom Hersteller und die anhaltenden Verbots-Diskussionen gegen den Diesel zurückzuführen. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte zu den aktuellen KBA-Länderzahlen, das hohe Minus der Pkw-Neuzulassungen von insgesamt 34,9 Prozent überrasche den Automobilhandel an der Weser negativ.

Im Juni seien 1.930 (Vorjahr: 2.966) Pkw erstmals neu zugelassen worden. Davon seien 1.101 (Vorjahr: 1.339) Benziner und lediglich 751 (Vorjahr: 1.589) Diesel. Der Druck auf den Diesel-Pkw durch die anhaltenden Diskussionen über Fahrverbote zeige sich vor allem auch in der Halbjahresbilanz mit einem Rückgang der Diesel-Quote auf 43,3 (Vorjahr: 51,5) Prozent. Bley sagte: "Der Automobilhandel ist in großer Sorge. Der Sturzflug muss gebremst werden." Die Branche setze große Hoffnungen auf den sogenannten Diesel-Gipfel am 2. August in Berlin. Das Kfz-Gewerbe erwarte Lösungen zur Nachrüstung von Euro 5-Pkw und eine Versachlichung der Diskussionen.

Kumulativ liege der bremische Pkw-Markt insgesamt noch mit 6,3 Prozent auf 12.820 Verkäufe deutlich im Minus. Die Zulassungen neuer Benziner seien mit 6.345 (Vorjahr: 6.361) nahezu stabil. Diesel-Verkäufe seien von 7.055 auf 6.067 Einheiten gesunken.

Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw haben an der Weser, wie Bley weiter sagte, im ersten Halbjahr 2017 auf "sehr niedrigem Niveau" deutlich zugelegt. Insgesamt seien von Januar bis Juni 46 Pkw mit Elektroantrieb erstmals zugelassen worden, ein Zuwachs von 140 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil der Elektroautos an allen neuen Pkw habe sich gegenüber dem Vorjahr damit von 0,15 Prozent auf 0,36 Prozent erhöht.

Letzte Änderung: 19.07.2017Webcode: 0115050