Ein turbulentes Autojahr mit Umsatz auf Rekordniveau

Jahrespressekonferenz Niedersachsen zu Branchenthemen mit Landespressesprecher Joachim Czychy, Präsident Karl-Heinz Bley und Geschäftsführer Christian Metje (v.r.)
Foto: ProMotor/nds

Gesamtumsatz steigt auf 26,8 Milliarden Euro - Autopreise klettern weiter - Insgesamt fast 1,2 Millionen Autokäufe - Gebrauchtwagen: Marktanteil des Markenhandels im Minus - Diesel stärken Verkauf - Service verliert deutlich - Positive Ausbildungsbilanz - Forderungen nach Förderung der Hardware-Nachrüstung


Großburgwedel.
Der Gesamtumsatz im niedersächsischen Automarkt ist im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf das neue Rekordniveau von 26,8 Milliarden Euro gestiegen. Mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Nutzfahrzeuge sowie dem Service setzten die Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes mit 19,9 Milliarden Euro rund 74,2 (Vorjahr: 76,3) Prozent des gesamten Marktumsatzes um. In einem turbulenten Autojahr, das vom Umbruch in die digitale Welt und der Transformation zur Elektromobilität geprägt war, gab es 1,2 Millionen Autokäufe, davon 373.211 neue und 799.623 gebrauchte Pkw. Der kräftige Umsatzschub ist dadurch begünstigt worden, dass beim Autokauf wieder mehr Geld ausgegeben wurde. Des Deutschen liebstes Kind hatte Hochkonjunktur. So ist der Durchschnittspreis eines Neuwagens in Niedersachsen auf 33.990 € (Vorjahr: 31.270) Euro gestiegen. Eine Ursache des Preisanstiegs ist auch der hohe Anteil von gewerblichen Autokäufen und die Verschiebung in den Marktsegmenten. Der Höhenflug der SUV ist ungebrochen. Beim Gebrauchtwagen gab es eine Bandbreite der Durchschnittspreise von 16.520 (Vorjahr: 15.630) Euro im Markenhandel, 9.940 (Vorjahr: 7.890) Euro im reinen Gebrauchtwagenhandel bis zu 8.420 (Vorjahr: 7.730) Euro im Privatmarkt. Ein durchschnittlicher Gebraucht-Pkw kostete 12.610 (Vorjahr: 11.870) Euro. Die Umsatzrendite im Kraftfahr­zeuggewerbe ist vor Steuern trotz leichter Steigerung auf einen der niedrigsten Werte mit 1,3 Prozent geblieben. Nach einem "schwachen Jahresstart mit deutlichen Sondereffekten" im Januar schaut das niedersächsische Kraftfahrzeuggewerbe "sehr verhalten" in das Autojahr 2020. Das Klima rund um die individuelle Mobilität werde weiterhin durch ideologisch geprägte Debatten belastet. Das Kfz-Gewerbe fordere von der Politik in Bund und Land, den digitalen Wandel und die Investitionen für die Elektromobilität der mittelständischen Unternehmen nachhaltig zu unterstützen.

Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte vor Journalisten in Hannover, das Autojahr 2019 werde als eines mit "Sondereinflüssen von innen und von außen" in die Geschichte eingehen. Dass Pkw-Neuzulassungen auf einem Rekordniveau bilanzierten, sei vor allem der guten gewerblichen Nachfrage geschuldet. Das automobile Kaufklima der privaten Haushalte sei mit kleinen Minuszahlen getrübt.

Rund zwei Prozentpunkte habe der Markt im Autojahr 2019 bundesweit bei den Privatverkäufen auf noch 34,5 Prozent eingebüßt. Erfreulich seien die Steigerungen für den Diesel bei den Erstzulassungen und Besitzumschreibungen.

Insgesamt sind den Angaben Bleys zufolge in Niedersachsen im vergangenen Jahr 1,17 (Vorjahr: 1,14) Millionen Pkw, davon 373.211 Neuwagen, gekauft worden. Dies sei eine Länderquote von 10,9 (Vorjahr: 10,75) Prozent. Der deutsche Automarkt war im Dezember, wie Bley ergänzte, vor allem von zahlreichen taktischen Neuzulassungen geprägt. Prozentual hätten die Eigenzulassungen von Autohandel (plus 43,6 Prozent / 65.888 Fahrzeuge) und Hersteller (plus 42,5 Prozent / 26.536 Fahrzeuge) am stärksten zugelegt. Auch die Nachfrage von Autovermietern sei im Vergleich zu Dezember 2018 mit einem Plus von 22,2 Prozent signifikant angestiegen (32.635 Einheiten). Auf diese Vertriebskanäle seien über 44 Prozent des Neuwagenvolumens im letzten Monat des Jahres 2019 entfallen. Im Jahr davor seien es 38,5 Prozent gewesen. Bley: "Der Flottenmarkt war auch in Niedersachsen der Motor des Wachstums."

Neuwagenumsatz
stieg um 15,4 Prozent

Der Umsatz im Neuwagengeschäft im Pkw-Markt Niedersachsen kletterte um 15,4 Prozent auf 12,7 (Vorjahr: 11) Milliarden Euro. Der Automobilhandel in Niedersachsen habe beim Umsatz derart nicht partizipieren können. Das Wachstum habe 12,1 Prozent auf 8,1 (Vorjahr: 7,2) Milliarden Euro betragen. Private Haushalte investierten im vergangenen Jahr in den Autokauf 9,5 (Vorjahr: 8,1) Milliarden Euro, davon 3,1 Milliarden Euro in neue und 6,4 (Vorjahr: 5,6) in gebrauchte Pkw. Dabei wurde berücksichtigt, dass beim Verkauf des sogenannten Vorbesitzes 8.050 Euro beim Neuwagenkauf und 4.210 Euro beim Gebrauchtwagenkauf erlöst worden seien. Bei der Inzahlungnahme im Autohaus hätten sich diese Preise durch Eroberungs- und Verkaufsprämien auf bis zu 8.800, bzw. 5.210 Euro deutlich erhöht.

Während die Pkw-Neuzulassungen in Niedersachsen um 6,2 Prozent auf 373.211 Verkäufe geklettert seien, habe der Markt für gebrauchte Pkw "trotz der Prognose-Punktlandung enttäuscht". 799.623 Besitzumschreibungen seien "zwar ein normales Jahr, der Marktanteilsverlust des Markenhandels indes ist schmerzhaft". Verluste im markengebundenen Autohandel von neun Prozent auf noch 359.830 Halterwechsel stünden in einer Bilanz, die den reinen Gebrauchtwagenmarkt als Gewinner ausweise. Der Gebrauchtwagen-Handel habe 175.917 (Vorjahr: 126.610) und der Privatmarkt 263.876 (Vorjahr: 269.048) gebrauchte Pkw gehandelt.

Der Umsatz im Markt mit gebrauchten Pkw sei um 7,2 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro gestiegen. Dabei habe der Markenhandel rund 300 Millionen Euro auf noch 5,9 (Vorjahr: 6,2) Milliarden Euro eingebüßt.  Auch beim Umsatz sei der Gebrauchtwagenhandel mit 1,7 (Vorjahr: 1,0) Milliarden Euro der Sieger. Im Privatmarkt sei der Umsatz von 2,1 auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen.

Die Marktanteile hätten im vergangenen Jahr 45 (Vorjahr: 50) Prozent im Markenhandel, 22 (Vorjahr: 16) Prozent für die Gebrauchtwagenhändler und 33 (Vorjahr: 34) Prozent im Privatmarkt betragen. Ein wesentlicher Grund für diese Veränderungen sei die nach oben gestiegene Zahl der freien Händler durch Vertragskündigungen im Markenhandel.

Diesel-Pkw nicht nur
für gewerbliche Kunden

Verbraucher entdeckten bei Neufahrzeugen und Gebrauchtwagen zunehmend die Vorteile eines Diesel-Pkw, sagte Landespressesprecher Joachim Czychy. Nach seinen Angaben seien 4,3 Prozent mehr gebrauchte Diesel umgeschrieben worden. Dies seien 286.005 Halterwechsel. Beim Neuwagen betrage der Zuwachs 18,3 Prozent auf 137.334 (Vorjahr: 116.130) Erstzulassungen in Niedersachsen. Das Plus von rund 33.000 Pkw in der 2019er Jahresbilanz zeige, dass in einem Flächenland wie Niedersachsen aktuell wenig Alternativen zum verbrauchsarmen Diesel bestünden. Das Angebot gebrauchter Euro-6-Diesel sei gestiegen, nachdem eine Vielzahl von Euro-5 Diesel-Pkw Abnehmer im Ausland gefunden hätten.

Im größten deutschen Flächenland Niedersachsen müsse bei allen kontroversen Debatten über eine Mobilitätswende die Erkenntnis bleiben, dass das Automobil im ländlichen Raum ohne "öffentliche Alternative" sei, sagte Czychy mit dem Hinweis, dass im Durchschnitt 33 Prozent der jährlichen Fahrleitung für den Arbeitsweg genutzt würden. Vielfach fehlten öffentliche Mobilitätsangebote. Czychy: "Da gibt es quasi einen Zwang zum Automobil." Bundesweit sei die Jahresfahrleistung auf 14.610 (Vorjahr: 14.920) Kilometer gesunken. Dieselfahrer führen durchschnittlich 19.700 Kilometer im Jahr.

Autopreise
gestiegen

Die Preisspirale für neue und gebrauchte Pkw habe sich im vergangenen Jahr signifikant nach oben bewegt. Hauptgrund sei vor allem die Verschiebung in den Marktsegmenten. Jeder fünfte Neuwagen sei ein SUV gewesen, wobei im Segment der großen SUV gewerbliche und private Käufer mit 20,4, bzw. 20,5 Prozent über dem Durchschnitt lägen. Der Marktanteil dieser Pkw-Gruppe sei von 18,3 auf 21,1 Prozent gestiegen. Im neuen Neuwagenpreis von 33.390 (Vorjahr: 31.270) Euro schlügen sich auch die Wünsche nach Mehrausstattungen, beispielsweise mit Assistenzsystemen, nieder.

Deutlich gestiegen sei auch der durchschnittliche Preis eines gebrauchten Pkw auf 12.610 (Vorjahr: 11.870) Euro, sagte Landespressesprecher Joachim Czychy.  Dabei gebe es eine preisliche Bandbreite von 16.520 Euro im Markenhandel, über 9.940 Euro im reinen Gebrauchtwagenhandel, bis 8.420 Euro im Privatmarkt. Die Preissprünge lägen bei 5.8 Prozent im Markenhandel, 26 Prozent im reinen Gebrauchtwagenhandel und 8,9 Prozent im Privatmarkt.

Fachhandel
legt leicht zu

Im Gebrauchtwagenmarkt, berichtete Czychy, habe der Fachhandel leichte Gewinne auf einen Marktanteil von 67 (Vorjahr: 66) Prozent erzielt. Klarer Gewinner sei der reine Gebraucht­wagenhandel mit einem Plus von sechs Prozentpunkten auf 22 Prozent Marktanteil. Dies entspreche einem Plus von 49.307 Verkäufen auf 175.917 Besitzumschreibungen. Der markengebundene Handel habe deutlich eingebüßt und beim Marktanteil von 50 auf 45 Prozent Federn lassen müssen. Dies seien noch 359.830 (Vorjahr: 395.656) Verkäufe. Czychy: "Der Verlust von rund 36.000 Verkäufen schmerzt."

Der Privatmarkt sei im Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 33 Prozent abgerutscht. Dies seien 263.876 Verkäufe von privat an privat. Der Fachhandel insgesamt, Marken- und reiner Gebrauchtwagenhandel, habe 535.747 (Vorjahr: 522.266) gebrauchte Pkw verkauft. Dies sei ein Zuwachs um 2,6 Prozent in einem stabilen Gebrauchtwagenmarkt mit total 799.623 Halterwechseln.

Service mit
starkem Verlust

Der Service habe nach "Jahren des stetigen Wachstums unerwartet und in der Höhe völlig überraschend" starke Verluste hinnehmen müssen. 2,95 Milliarden Euro seien eine Einbuße von rund 360 Millionen Euro. Als Gründe nannte Bley eine seit Jahren rückläufige Reparatur- und einer im vergangenen Jahr niedrigeren Wartungshäufigkeit. Außerdem sei die durchschnittliche Schadenssumme bei den in 2019 angefallenen Unfallschäden laut dem DAT-Report 2020 gesunken. Die Werkstattauslastung habe im vergangenen Jahr die Allzeit-Höchstwerte aus 2017 und 2018 von durchschnittlich 86 Prozent Auslastungsquote nicht mehr erreicht. Der Jahreswert für 2019 liege bei durchschnittlich 83 Prozent.

Die Branche sei gespannt, ob und dann wie sich die angekündigte Elektrooffensive der Hersteller auf das Servicegeschäft kurz und mittelfristig auswirke. Nahezu alle Betriebe des Kfz-Gewerbes in Niedersachsen hätten mindestens einen Spezialisten für den Service an Elektro-Fahrzeugen. Bley: "Wir sind personell auf die neue Mobilität vorbereitet."

Nachrüstung ohne
spürbare Erfolge

Ein "Hotspot" der Nachrüstung sei der Großraum Stuttgart durch die finanzielle Unterstützung eines Herstellers mit geschätzten 2.000 nachträglichen Einbauten von SCR-Systemen. In Niedersachsen sei das Interesse der Autofahrerinnen und Autofahrer, auch durch die fehlende finanzielle Förderung, gering. Bley forderte die Nachrüstung nicht nur für kommunale Fahrzeuge, sondern auch für private Diesel-Pkw, finanziell zu fördern.

Der Nutzfahrzeugmarkt in Niedersachsen setzte seinen positiven Trend aus den Jahren 2017 und 2018 fort. Insgesamt habe es 72.055 (Vorjahr: 68.303) Nutzfahrzeug-Verkäufe in Niedersachsen gegeben. Mit 30.365 (Vorjahr: 30.192) Einheiten - das entspreche einem Wachstum von 0,6 Prozent - liege der Nutzfahrzeugbereich bei den Neuzulassungen weiter auf Rekordniveau. Zu diesem Ergebnis trügen alle Gewichtsklassen bei. Im Autojahr 2019 seien in Niedersachsen 41.690 (Vorjahr: 38.811) gebrauchte Nutzfahrzeuge verkauft worden, eine Steigerung um 9,4 Prozent.

Im Verkauf neuer Nutzfahrzeuge sei mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 801,4 Millionen Euro eine neue Bestmarke erreicht worden. Das Geschäft mit gebrauchten Nutzfahrzeugen bescherte mit einer Steigerung von 7,5 Prozent der Umsatzbilanz einen Beitrag von 443,2 Millionen Euro.

Auch der Motorrad-Markt Niedersachsen habe Zuwächse im Neugeschäft verbuchen können. 14.052 (Vorjahr: 13.154) neue Motorräder, Leichtkrafträder, Leichtkraftroller und Kraftroller seien verkauft worden. Das Geschäft mit gebrauchten Zweirädern sei um 5,2 Prozent auf 49.999 Halterwechsel gesunken.

Ausbildungs-Bilanz
mit Rückgängen

Trotz der Rückgänge bei neuen Ausbildungsverträgen habe das Kfz-Gewerbe seine exponierte Position im hart umkämpften Ausbildungsmarkt behauptet. Das niedersächsische Kfz-Gewerbe verbuchte Bleys Angaben zufolge in 2019 eine negative Ausbildungsbilanz. 4,7 Prozent minus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für Kfz-Mechatroniker und 3,1 Prozent minus beim Automobilkaufmann/-frau seien bilanziert worden. Dies entspreche 2.619 (Vorjahr: 2.748) neuen Mechatronikern und 561 (Vorjahr: 579) neuen Kaufleuten.

Kritik übte Bley an einer neuen Studie der OECD zu den Berufswünschen junger Menschen. Wenn der Kfz-Mechatroniker, auch in der Berichterstattung über die Studie, als einer der Berufe mit geringen Zukunftschancen dargestellt werde, entbehre dies jeder Kenntnis über die Zukunftschancen dieses Berufsbildes. Bley fordere eine bessere Berufsorientierung vor allem an Gymnasien.  Wenn der Kfz-Mechatroniker als Hochvolt- und System-Experte im Kundendienst der Berufswunsch sei, attestiere man diesem Wunsch eine große und sichere Zukunft mit Entwicklungsperspektiven "rund um die neue Mobilität mit alternativen Antriebsformen und neuen Assistenzsystemen."

Prognosen für
das neue Jahr

Für das laufende Autojahr sieht der Präsident des niedersächsischen Kfz-Gewerbes "große Herausforderungen auf unsere Betriebe zukommen". 50,3 Prozent der Betriebe rechneten laut einer aktuellen Umfrage mit gleichbleibenden oder steigenden Erlösen. Allerdings wagten rund 30 Prozent keine Prognose für 2020. Bley sagte, es sei hinreichend bekannt, dass es zwischen der eigenen Firmenkonjunktur und dem Marktgeschehen teilweise deutliche Unterschiede geben könne.

Die Elektromobilität werde auch mit erheblichen Sondereffekten wie hoher Kaufprämie, Steuererleichterungen und Verkaufsaktionen der Hersteller kräftig zulegen und den Markt verunsichern und auch verzerren. Bley: "Elektromobilität soll 2020 auch von der Politik erkauft werden." Die Anti-Auto-Stimmung "im Land mit vielen Emotionen und wenigen Fakten" könne weiterhin das automobile Konsumklima stören.

Bley sagte, die Branche sei dennoch mit verhaltener Zuversicht ins neue Autojahr gestartet und erwarte im Geschäft mit gebrauchten Pkw ein Volumen um 790.000 Besitzumschreibungen und prognostiziere für die Pkw-Neuzulassungen einen Absatz zwischen 350.000 und 360.000 Verkäufen. Der niedersächsische Nutzfahrzeugmarkt werde stabil bleiben und knapp 70.000 neue und gebrauchte Nutzfahrzeuge bilanzieren können. Auch die Minuszahlen für Pkw-Neuzulassungen zum Jahresstart änderten wenig an der Bewertung.

Von großer Bedeutung für die Branche sei neben dem Kaufinteresse gewerblicher und privater Kunden zum einen, die Vertragsverhandlungen im Markenhandel mit den Herstellern und die Entwicklung der Direktgeschäfte. Bley: "Das Prinzip Hersteller stellen her und der Handel verkauft, darf nicht weiter in Schieflage kommen, auch nicht um den Preis der E-Verkaufszahlen". Es werde spannend, inwieweit taktische Zulassungen die automobile E-Konjunktur beeinflussen werden.

Kritik am neuen
Umweltbonus

Sorgen bereite der bei neuen Pkw auf 6.000 Euro und erstmals bei jungen Gebrauchtwagen auf bis zu 5.000 Euro gestiegene Umweltbonus für Elektro-Fahrzeuge. Dieser Bonus werde das Preisgefüge durcheinanderbringen und erheblichen Druck auf die Angebote für Pkw mit Verbrennungsmotor auslösen. Dies seien "starke wettbewerbsverzerrende Eingriffe in den niedersächsischen Automarkt". Auch das Restwertniveau werde massiv unter Druck geraten, denn die erwarteten Hersteller-Eigenzulassungen im Elektrobereich könnten im Gebraucht­wagenmarkt durch die finanziellen Förderungen von Bund und Hersteller deutliche Sondereffekte auslösen.

Letzte Änderung: 03.03.2020Webcode: 0128397