Elektro-Prämie: Warten auf Boni

[09.06.2020] Großburgwedel. Nach dem Minus von fast 50 Prozent im April bleibt das Interesse für den Umweltbonus beim Kauf von Elektro-Fahrzeugen weiter klein. Die Anzahl der Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stieg für Niedersachsen zwar leicht auf 602 (Vormonat: 523), gegenüber März 2020 sei dies aber ein Minus von 587 Anträgen.

Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, erinnerte daran, dass die Kaufprämie im Juni 2016 zur Förderung des Elektroauto-Verkaufs mit einem Bonus von 2.000 Euro eingeführt worden sei. Später sei diese Förderung auf bis zu 3.000 Euro erhöht worden. Im Rahmen des Konjunkturpaketes gegen die Corona-Folgen werde nun der staatliche Zuschuss auf bis zu 6.000 Euro steigen. Das Warten auf den "großen Bonus hat ein Ende".

Bley sagte, "diese Dimension der Prämie macht die Wettbewerbsverzerrungen noch deutlicher". Bekanntlich habe sich die Politik mit dem Konjunkturpaket gegen einen Bonus für saubere Verbrenner entschieden. Dies greife massiv in den Wettbewerb ein und fördere einseitig einen kleinen Teilmarkt.

Einerseits seien infrastrukturelle Voraussetzungen für die Elektromobilität noch nicht ausreichend erfüllt, andererseits fehle es an Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb im notwendigen Angebot, sagte Bley. Viele Automobilhersteller könnten große Stückzahlen dieser Fahrzeuge gar nicht schnell liefern, Dies werde sich auch auf das Interesse für den Umweltbonus auswirken. Die mit dem Konjunkturpaket gewollten Impulse im Automarkt verpufften.

Im Mai seien in Niedersachsen die finanziellen Förderungen für 299 (Vormonat: 316) reine Batterie-Fahrzeuge und 302 (Vormonat: 207) Plug-in-Hybride genehmigt worden. Insgesamt seien seit Start der Förderung bisher 16.658 Umweltboni für Niedersachsen ausgezahlt worden. Durchschnittlich seien dies rund 354 Prämien im Monat seit Beginn der Förderung vor vier Jahren.

Letzte Änderung: 16.06.2020Webcode: 0129901