Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen fordert Öffnungsstrategie für Autohandel

[03.02.2021] Großburgwedel.  Mit Blick auf die nächste Bund-Länderkonferenz am 10. Februar im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, Karl-Heinz Bley, eine Öffnungsstrategie und Perspektive angemahnt. In den Unternehmen des Automobilhandels in Niedersachsen und Bremen gebe es anerkannte und bewährte Hygienekonzepte, die in den vergangenen Wochen in den Servicebetrieben und -abteilungen der Autohäuser den Schutz von Mitarbeitern und Kunden erfolgreich sichergestellt hätten.

Medizinische Masken, gute Lüftungssysteme, ein optimales Verhältnis von Fläche zu Kunden, das alle Vorgaben weit übererfüllt und hervorragende Hygienekonzepte, seien im Autohandel vorhanden. Besichtigungstermine mit den Kunden können, wie Bley sagte, individuell vereinbart werden, um eine kontinuierliche Frequenz sicherzustellen. Probefahrten lassen sich entgegen weitverbreiteter Vorurteile problemlos kontaktlos organisieren. Die kontaktfreie Probefahrt sei "keine Utopie von morgen, sondern Realität von heute".

Bley sagte, die Erlebnisse im Frühjahrs-Lockdown seien dramatische Rückblicke, denn allein in den Monaten März und April habe der Pkw-Markt in Niedersachsen 30.000 Neuwagen weniger verkauft. Dies seien Umsatzverluste von rund 1,1 Milliarden Euro gewesen. In Bremen waren es rund 1.500 Pkw-Neuzulassungen weniger. Dies seien Umsatzverluste von 51 Millionen Euro. "Mit jedem Tag der Verlängerung des Lockdowns wird die Schraube wieder ein Stück weitergedreht und erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die mittelständisch geprägten Automobilhändler“, zeigt sich Bley besorgt, dass "jetzt die falschen Entscheidungen getroffen werden". Die Unternehmen in Niedersachsen und Bremen brauchten sehr schnell eine Perspektive für das existenziell wichtige Frühjahrsgeschäft. Der Automobilhandel sollte daher ab 15. Februar wieder öffnen dürfen.

Bley sagte abschließend, der Automobilverkauf sei ein kapitalintensives Geschäft mit hochwertigen Gütern. Es sei aktuell kaum möglich, das Volumen der Fahrzeugbestellungen für das Frühjahrsgeschäft zu kalkulieren. Blieben die Händler auf georderten neuen Pkw sitzen, spreche man über sehr hohe drohende finanzielle Belastungen. Langfristinvestitionen, die von den Autohändlern gerade mit Blick auf die Verkehrswende für neue Fahrzeugtypen mit alternativer Antriebstechnik getätigt wurden, ließen sich nicht mehr amortisieren. Kreditlinien und damit die Liquidität vieler Betriebe seien in Gefahr. Deshalb seien Entschädigungen auch für den Autohandel erforderlich, ebenso finanzielle Anreize für den Kauf sauberer Autos.

Letzte Änderung: 03.02.2021Webcode: 0133046