Neuer Umweltstandard sorgt für Rekord-August

[21.09.2018] Großburgwedel. Auf den ersten Blick liest sich die August-Bilanz der niedersächsischen Pkw-Neuzulassungen spektakulär. Mit 35.658 (Vorjahr: 25.389) Verkäufen lieferte der Markt 40,4 Prozent mehr Neuwagen aus als im Vorjahresmonat. Auch im Gesamtjahr liegen die Erstzulassungen nach acht Monaten mit 255.455 Neuzulassungen klar über dem 2017er-Niveau (plus 5,6 Prozent). Der Mehr-Verkauf von über 10.000 Neufahrzeugen sei "aus der Not fehlender Zulassungen" entstanden, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen.

Bley kommentierte die Rekordzahlen im August mit den Worten, "wären einige Hersteller nicht dazu gezwungen gewesen, viele nach dem bisherigen Standard NEFZ zertifizierte Autos zuzulassen, die Zahlen wären wohl einstellig im Plus gewesen.  Den Standard des seit 1. September neuen Verbrauchs- und Abgastestverfahrens WLTP erfüllten etliche Modelle ebenso nicht wie die Voraussetzungen für Sondergenehmigungen". Wie erwartet sei es daher zu deutlichen Verwerfungen im Markt gekommen.

Im niedersächsischen Pkw-Markt legten nach den aktuellen KBA-Länderzahlen Benziner um 45,4 Prozent auf 21.780 (Vorjahr: 14.980) Verkäufe zu. Auch der Diesel sei mit plus 31,1 Prozent auf 12.343 (Vorjahr: 9.414) Neuzulassungen vorübergehend aus "der roten Zone gefahren".  Mit Blick auf den Sondereffekt sagte Bley, die kommenden Monate des Autojahres 2018 forderten dem Automobilhandel vieles ab. Der Auftragseingang liege aktuell auf Vorjahresniveau.

Die August-Zahlen seien vor allem durch ein "sehr großes Volumen von Eigenzulassungen durch Hersteller und Handel" zustande gekommen. Diese Fahrzeuge belebten nun den Gebrauchtwagenmarkt. Auf normalem Level hätten sich Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge verkauft. Im August stünden 219 (Vorjahr: 210) Stromer und 1.104 (Vorjahr: 680) Hybride in der Monatsbilanz.

Nach acht Monaten, sagte Bley, liege des Pkw-Markt mit 5,6 Prozent im Plus, gestärkt durch Steigerungen von 19,5 Prozent beim Benziner. Der Diesel bleibe unverändert im Minus mit 17,6 Prozent. Dies seien 164.368 Benziner und 80.384 Diesel.

Letzte Änderung: 21.09.2018Webcode: 0121606