Talfahrt im Pkw-Markt geht fast ungebremst weiter

[22.07.2020] Bremen.   Die Talfahrt im Automarkt an der Weser geht nahezu ungebremst weiter. Die Halbjahres-Bilanz im Pkw-Markt schließt mit einem Verlust von rund 3.500 Zulassungen ab. Dies sei ein Minus von 32,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 7.300 (Vorjahr: 10.868) Erstzulassungen weise die KBA-Länderstatistik aus. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sieht die Befürchtungen der Branche bestätigt. Wörtlich sagte er: "Dem Neuwagenmarkt fehlen die Impulse, die der geringere Mehrwertsteuersatz nicht geben wird."

Besonders dramatisch sei die Nachfrage nach neuen Benzinern eingebrochen. 46,3 Prozent Rückgang im ersten Halbjahr, 43,4 Prozent Minus im Juni. Dies seien 587 (Vorjahr: 1.037) Erstzulassungen. Der Diesel schneide etwas besser auf der Talsohle mit minus 28,2 Prozent im Juni und minus 31,1 Prozent in der Halbjahres-Bilanz ab. Dies seien im Juni 433 (Vorjahr: 603) Diesel gewesen. Die Monatsbilanz Juni weise 1.311 (Vorjahr: 1.815) Neuzulassungen aus.

Eine positive Bilanz habe auf kleinem Niveau das Segment der Neuwagen mit alternativen Antrieben. Laut KBA-Länderstatistik seien 45 (Vorjahr: 28) Elektro- und 243 (Vorjahr: 136) Hybride im Juni erstmals zugelassen worden, davon 111 (Vorjahr: 15) Plug-in-Hybride. Die Elektro-Quote liege bei 3,4 (Vorjahr: 1,5) Prozent.

Der dramatische Rückgang im Neuwagenverkauf sei auch im zweiten Halbjahr nicht aufzuholen. Selbst ein Aufwärtstrend werde den Einbruch aus der ersten Jahreshälfte nicht annährend ausgleichen können.  Diesen Trend werde indes die gesenkte Mehrwertsteuer nicht auslösen können.

Bei der reduzierten Mehrwertsteuer sei zu berücksichtigen, dass der Tag der Lieferung entscheidend sei. In den kommenden Wochen und Monaten würden folglich auch Autos ausgeliefert, die im Vorfeld bestellt worden seien. Dies seien dann Mitnahmeeffekte, aber keine zusätzlichen Kaufimpulse.

Letzte Änderung: 22.07.2020Webcode: 0130310