Taschenrechner für die Politik

Präsident Karl-Heinz Bley (Mitte) übergab in der Niedersächsischen Staatskanzlei an die Sprecherin der Niedersächsischen Landesregierung Anke Pörksen, symbolisch die Taschenrechner an das Kabinett und die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages. Links im Bild Geschäftsführer des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, Christian Metje.

Foto: ProMotor/nds

Hannover. Taschenrechner für die Politik in Niedersachsen! Der Automobilhandel erhöht den medialen Druck auf die Politik. Er will die komplette Öffnung der Autohäuser mit Blick auf das Frühjahrsgeschäft vor dem Hintergrund massiver Verluste. Die aktuelle Lockerung "Click & Meet" reiche bei weitem nicht aus.

Mit einer symbolischen Übergabe von Taschenrechnern, welche die Sprecherin der Niedersächsischen Landesregierung Anke Pörksen, stellvertretend für Herrn Ministerpräsident Stephan Weil entgegennahm, will Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, im Namen der Unternehmen auf die zunehmend dramatische Lage der Branche hinweisen. Selbst finanzstarken Händlern gehe "langsam die Puste" aus.

In einem heute an die Staatskanzlei übergebenen Schreiben heißt es: "Daher fordern wir Sie dringend auf: Rechnen Sie vor dem nächsten Corona-Gipfel noch einmal nach, wie sich verfügbare Fläche und mögliche Kundenfrequenz im Automobilhandel zueinander verhalten: Frisör, 10 m2, 1 Kunde: geöffnet. Autohaus, 500 m2, 1 Kunde: geschlossen. Da passt etwas nicht".

In dem Schreiben fordert das mittelständische Kfz-Gewerbe eine klare, bundesweit verbindliche Regelung zur Wiedereröffnung des Automobilhandels. Dazu gehöre die sofortige Umsetzung eines professionellen digitalen Systems der Kontaktnachverfolgung, wie dies zum Beispiel die Luca-App bietet. Jetzt müssten mit Hochdruck die Gesundheitsämter in dieses System eingebunden werden. Ein regionaler Flickenteppich von Insellösungen, der abhängig sei vom Erreichen bestimmter Inzidenzwerte, biete keine verlässliche Perspektive.

Die Inzidenzwerte sagten nichts über das Infektionsgeschehen in einzelnen Bereichen aus, sagte Bley mit Hinweis darauf, dass Autohäuser beispielsweise auch nach den Auswertungen des Robert-Koch-Instituts keine Infektions-Hotspots seien.

Letzte Änderung: 18.03.2021Webcode: 0133615