WLTP-Loch für die neuen Pkw

[24.10.2018] Großburgwedel. Nach der WLTP-Umstellung ist der Neuwagen-Absatz im September in Niedersachsen wie befürchtet eingebrochen. 17.705 Fahrzeuge bedeuten das schlechteste Ergebnis seit der Jahrtausendwende.  Der Rückgang liegt bei überdurchschnittlichen 40,2 Prozent. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte zu den aktuellen KBA-Länderzahlen:  "Die rote Phase bei den Neuzulassungen ist noch nicht vorbei. Einigen Herstellern fehlt noch immer die Zulassung für einzelne Motoren." Niedersachsen sei tief in das WLTP-Loch gefallen.

Das September-Ergebnis gliedere sich in 11.662 (Vorjahr: 18.597) neue Benziner und 5.163 (Vorjahr: 9.857) neue Diesel-Pkw.  Hinzu kämen 189 (Vorjahr: 257) Elektro- und 670 (Vorjahr: 788) Hybrid-Pkw sowie 20 (Vorjahr: 101) gasbetriebene Neuwagen. Der Rückgang bei den neuen Diesel-Pkw um 47,3 Prozent sei "ein schmerzhafter Einschnitt". Insgesamt seien in Niedersachsen im September fast 12.000 Neuwagen weniger als im Vorjahresmonat zugelassen worden.

In der Neun-Monats-Bilanz liege der Pkw-Markt in Niedersachsen mit 273.160 Neuzulassungen 0,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Zwischenergebnis spiegele sich das Diesel-Desaster deutlich wider. Während Benziner 12,7 Prozent zugelegt hätten, habe der Diesel Verluste von 20,4 Prozent verbucht. Dies seien 176.030 Benziner und 85.547 Diesel. Die Dieselquote liegt den Angaben Bleys zufolge bei 31,3 (Vorjahr: 39,6) Prozent. 2.123 (Vorjahr: 1.495) Elektro- und 7.638 (Vorjahr: 5.646) Hybrid-Pkw und 1.817 (Vorjahr: 679) gasbetriebene Neuwagen stünden zudem in der Zwischenbilanz.

Seit 1. September dürfen, wie Bley berichtete, nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Die neuen, gründlicheren Tests hätten dazu geführt, dass noch nicht alle Modelle die Genehmigung für eine Neuzulassung besitzen.  Die Sondereffekte für den Neuzulassungsmarkt dauern nach Bleys Einschätzung noch an. Die Branche stelle aber unverändert eine große Verunsicherung der Kunden, auch durch die politischen Rahmenbedingungen zum sogenannten Diesel-Kompromiss, fest.

Letzte Änderung: 24.10.2018Webcode: 0122022