Großburgwedel. Nach dem zweistelligen Minus zum Jahresauftakt ist auch der Februar im niedersächsischen Gebrauchtwagenmarkt „nicht aus dem Keller gefahren“. 54.406 (Vorjahr: 57.733) Pkw-Besitzumschreibungen sind ein Minus von 5,8 Prozent und eine Einbuße von 9,3 Prozent in der Jahresbilanz. „Dem Gebrauchtwagenmarkt fehlt die Dynamik. Die Nachfrage ist schwach“, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen.
Bei den Antriebsarten bleibe das Bild unverändert: Verbrenner hätten zehn Prozent auf 45.186 Umschreibungen eingebüßt, E-Gebrauchte schrieben mit plus 37,1 Prozent ein auf unverändert niedrigem Niveau gestiegenes Kaufinteresse. Bei den Marktanteilen dominierten weiterhin Benziner und Diesel mit 83,1 (Vorjahr: 86,2) Prozent, während aus dem Segment der Alternativen Antriebe Hybride ohne Stecker 4.445 Halterwechseln einen Marktanteil von 8,2 (Vorjahr: 6,4) Prozent erreichten.
Die beiden E-Modelle – vollelektrische Gebrauchte (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) - wiesen in der Februar-Bilanz einen Marktanteil von 8,0 (Vorjahr: 5,5) Prozent aus. Dies seien 4.342 (Vorjahr: 3.168) Umschreibungen. Allein diese Marktdaten zeigen nach Meinung von Bley, dass die Politik bei der ab Mai geplanten Kaufprämie von “ihrem Neuwagen Privileg“ abrücken müsse. Der Schlüssel für eine breite Durchdringung der Elektromobilität liege im Gebrauchtwagenmarkt.
Mit Blick auf den für die Branche wichtigen Auto-Frühling sagte Bley, explodierende Kraftstoffpreise und hohe Energiekosten in der Folge des Iran-Krieges ließen keine durchgreifende Besserung der Nachfrage erwarten. Die Unsicherheiten seien groß.