Bremen. Der Gebrauchtwagenmarkt an der Weser hat zum Jahresende mit plus 38,6 Prozent kräftig aufgetrumpft. Nach einer Berg- und Talfahrt mit sechs negativen Monatsergebnissen kam das Resultat im Dezember vor allem in der Größe „völlig unerwartet“. 79,9 Prozent der Dezember-Umschreibungen seien Verbrenner, 5,1 Prozent E-Gebrauchte. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte zur KBA-Länderstatistik, allein diese Marktdaten zeigen, dass die neue Kaufprämie eine schnelle Korrektur benötige: E-Gebrauchte müssten in die Förderung eingeschlossen werden.
Die Dezemberbilanz 2025 im Detail nach Antriebsarten: Benziner 1.991 (Vorjahr: 1.603), Diesel 1.126 (Vorjahr: 873). Elektro zusammen 200 (Vorjahr: 112), davon vollelektrische Gebrauchte (BEV) 103 (Vorjahr: 64), Plug-in-Hybride (PHEV) 97 (Vorjahr: 48), Hybrid ohne Stecker 557 (Vorjahr: 193), Autogas (LPG) 16 (Vorjahr: 26), Erdgas (CNG) 11 (Vorjahr: 7).
Die Jahresbilanz 2025: Benziner 26.796 (Vorjahr: 26.505), Diesel 14.682 (Vorjahr: 15.063), Elektro zusammen 2.132 (Vorjahr: 1.601), davon vollelektrische Gebrauchte (BEV) 1.051 (Vorjahr:789), Plug-in-Hybride (PHEV) 1.081 (Vorjahr: 812). Hybrid ohne Stecker 3.863 (Vorjahr: 2.859). Autogas (LPG) 272 (Vorjahr: 313), Erdgas (CNG) 100 (Vorjahr: 75).
Das mit 3,1 Prozent hohe Plus in der Jahresbilanz, sagte Bley, spiegele nicht die vergangene automobile Realität wider. Im Jahresverlauf habe es ein Auf und Ab gegeben, es habe Kontinuität und Stabilität gefehlt. Stelle man die Marktanteile der beiden Verbrenner (Benziner und Diesel) den beiden Modellen der E-Mobilität (BEV und PHEV) gegenüber, erkenne man für den Hochlauf der E-Mobilität großen Handlungsbedarf. Der Kfz-Verband fordere die Einbeziehung junger gebrauchter E-Autos in das geplante Förderprogramm. Bley wörtlich: „Das wären wichtige Impulse für den Gebrauchtwagenmarkt. Während rund 90 Prozent der Käufer im Gebrauchtwagenmarkt nämlich Privathaushalte sind, weist der Neuwagenmarkt an der Weser einen Anteil von rund 32 Prozent Privatkäufer aus“.
Abschließend ging Bley auf die kommende Kaufprämie für neue Fahrzeuge ein. Hier gebe es weiteren Handlungsbedarf, denn sowohl der vermutliche Starttermin am 1. Mai als auch der Bürokratieaufwand für den komplexen Nachweis für die Höhe des Haushaltseinkommens könnten sich zu Hemmschuhen entwickeln. Die Kaufprämie solle ausschließlich an Privathaushalte mit einem maximalen Einkommen von 80.000 Euro gelten.