Bremen. Nach den statistischen Unwettern im vergangenen Jahr wittert die Motorrad-Branche an der Weser Morgenluft. Für die jetzt gestartete Saison 2026 hoffe die Branche auf die „bereinigte Realität“. Der Euro-5-Sondereffekt sei abgearbeitet. Die Hersteller agierten bereits mit einer Modelloffensive, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. 2025 sei das Jahr einer Vollbremsung gewesen mit minus 12,9 Prozent für die Neuzulassungen und einem kleinen Verlust von 0,2 Prozent für gebrauchte motorisierte Krafträder.
Die KBA-Länderstatistik weise für Bremen und Bremerhaven 3.090 (Vorjahr: 3.241) neue und gebrauchte Motorräder aus, davon allein 992 (Vorjahr: 1.139) Neuzulassungen. Auch die 125er Klasse sei mit minus 16,7 Prozent „unter die statistischen Räder“ gekommen, Gebrauchte indes bilanzierten mit plus 9,3 Prozent einen Lichtblick.
Bley erinnerte daran, dass zum 1. Januar 2025 die Emissionsnorm Euro5+ für Motorrad Neuzulassungen in Kraft getreten war, was zum Jahresende 2024 einen Run auf die Euro-5-Modelle ausgelöst hatte. Die Händler seien gezwungen gewesen, ihre noch vorhandenen Euro5-Modelle im Preis drastisch zu reduzieren oder sie als Tageszulassungen anzubieten. Dieser Vorgriff auf die Zukunft habe das Jahresergebnis 2025 ruiniert.
Die Hersteller planten mit einer Modelloffensive: Preiswerte Mittelklasse-Motorräder und neue E-Modelle sollen die Käufer wieder in die Schauräume ziehen. Hoffnung stärken zwei Trends: Impulse für die immer noch schwache Elektromobilität und die Rückkehr längst vergessener Marken wie die von Pininfarina mitgestaltete Capetown 7X, Norton oder Morbidelli.