Bremen. Sofern es bis zum Jahresende nicht zu einem plötzlichen Einbruch des Wachstums kommt, dürfte die Schwelle von zwei Millionen reinen Elektroautos in Deutschland noch im laufenden Jahr erreicht werden. Im Bestand nähere sich der Elektroautoanteil somit auf 4 Prozent. Beim Pkw-Markt an der Weser habe der Bestand per Oktober die 4-Prozent-Hürde allerdings noch nicht erreicht, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Der Stromer-Bestand sei im Jahresvergleich per Oktober allerdings zweistellig gewachsen.
Mit 3,32 (Vorjahr: 2,7) Prozent Anteil der batterieelektrischen Pkw (BEV) stehe der bremische Markt im Vergleich zur Bundesquote von 3,9 (Vorjahr: 3,2) Prozent deutlich schwächer dar. Bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) hätten Bremen und Bremerhaven 2,3 (Vorjahr: 2,0) Prozent am Pkw-Bestand erreicht. 2,2 (Vorjahr: 1,9) Prozent betrage die bundesweite Vergleichszahl. Die aktuelle KBA-Länderstatistik weise für Bremen und Bremerhaven 10.018 (Vorjahr: 8.045) vollelektrische Bestands-Pkw aus. Hinzu kämen 7.031 (Vorjahr: 6.163) Plug-in-Hybride bei einem Gesamtbestand von 302.184 (Vorjahr: 301.420) Pkw.
Bley sagte in diesem Zusammenhang, es zeuge von einer realistischen Einschätzung des Marktes der Elektromobilität, dass die Bundesregierung keine „politischen Ziel-Quoten“ mehr formuliere. Unter beiden Vorgängerregierungen sei das Ziel von 15 Millionen Einheiten ausgegeben worden.
Aus heutiger Sicht sei dieses politische Ziel nicht realistisch, da dafür nahezu alle in den nächsten fünf Jahren neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos sein müssten. Für den Markt an der Weser wäre dies eine Zielvorgabe von rund 110.000 Stromer im Pkw-Bestand gewesen. Interessant sei der Anteil der Privatkunden von 4.637 (Vorjahr: 3.729) Stromern im Vergleich zum Anteil der gewerblichen Halterinnen und Halter mit 5.369 (Vorjahr: 4.316) vollelektrischen Pkw (BEV). Bundesweit liege der Privatanteil im Bestand im Vergleich zu den gewerblichen Kunden nämlich deutlich höher.