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Zweiradmarkt erlebt Flaute nach dem Sturm

Großburgwedel. Der niedersächsische Motorrad-Markt erlebt bei den Neuzulassungen die „Flaute nach dem Sturm". Die seit Januar geltende neue Homologationsnorm Euro-5+ beeinflusste den Markt auch noch auf der Zielgeraden des Jahres 2025 stark. Der Stabilisator des Marktes sei der Gebrauchtfahrzeugmarkt, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Gebrauchte bilanzierten 49.049 (Vorjahr: 48.029) Halterwechsel. 13.437 (Vorjahr: 17.615) Neufahrzeuge stünden in der Bilanz. 

Bley verwies auf die durch die neue Norm ausgelösten Marktverzerrungen, die sich mit Minus 25,7 Prozent im ersten Halbjahr ausgewirkt hätten. Aktuell stehe ein Rückgang von 20,8 Prozent im zweiten Halbjahr ohne Dezember in der Zwischenbilanz. Allein für den letzten Monat 2025 werde ein Minus von rund 80 Prozent befürchtet. Der Dezember 2024 hatte durch die Sondereffekte einen Rekord von 3.303 Neuzulassungen bilanziert.

Dem gegenüber stehe ein stabiler Zweirad-Gebrauchtwagenmarkt. Im ersten Halbjahr habe es Steigerungen von 6,5 Prozent auf 29.363 Halterwechsel gegeben. Die Nachfrage habe im zweiten Halbjahr allerdings mit einem Minus von 3,8 Prozent deutlich nachgelassen. Dies entspreche 19.686 (Vorjahr: 20.460) Besitzumschreibungen

Die Sondereffekte hätten auch in der beliebten 125er Klasse tiefe Spuren hinterlassen: Minus 33,8 Prozent im ersten Halbjahr und Verluste von 29,4 Prozent von Juli bis November für die Neuzulassungen.

Bisher seien 3.156 (Vorjahr: 4.624) neue 125er in den Markt gekommen. Zusammen wiesen die 125er Zweiräder mit 13.449 (Vorjahr: 14.556) Fahrzeugen ein „noch respektables Zwischenergebnis aus. Auch hier hätten die gebrauchten 125er mit Plus 3,6 Prozent das Gesamtergebnis der neuen und gebrauchten Fahrzeuge „freundlicher gestaltet“.

In diesem Zusammenhang verwies Bley auf „voreilige Kritiken“ an der Fahrerlaubnis B196 wegen vermeintlich höherer Unfallzahlen zurück. Ob der Unfallanstieg proportional zur gewachsenen Zahl von Leichtkrafträdern sei, lasse sich anhand der bisherigen BASt-Zahlen nicht erkennen. Die Debatte müsse auf der Grundlage belastbarer Zahlen über das Unfallgeschehen geführt werden. Spekulationen seien hier nicht hilfreich.