Großburgwedel. Nach der statistischen Vollbremsung im vergangenen Jahr mit einem Minus von 34,1 Prozent bei den Neuzulassungen freut sich die niedersächsische Zweirad-Branche auf „die bereinigte Realität“. 3.540 Neuzulassungen im ersten Quartal sind eine Steigerung von 31,0 Prozent. Auch die beliebten 125er legten kräftig um 47,2 Prozent auf 714 (Vorjahr: 485) Zulassungen zu. Insgesamt weise der Markt der motorisierten Krafträder und -roller mit 13.696 neuen und gebrauchten Fahrzeugen einem kleinen Rückgang von 0,3 Prozent ein stabiles Quartals-Ergebnis aus.
Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte zu den KBA-Länderzahlen, dies sei noch kein Grund zum Jubeln, denn die hohen Steigerungen glichen die starken Dellen der Marktverzerrungen aus. Zum 1. Januar 2025 sei die neue Emissionsnorm Euro5+ für Motorrad Neuzulassungen in Kraft getreten, was zum Jahresende 2024 einen Run auf die Euro-5-Modelle ausgelöst hatte. Dieser Vorgriff habe das Jahresergebnis 2025 ruiniert.
Das aktuelle Quartalsergebnis 2026 werde getrübt durch einen schwachen Gebrauchtwagenmarkt, der 8 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liege. 10.156 (Vorjahr: 11.041) seien „unerwartet starke Verluste“. Auch die gebrauchten 125er lägen mit 1.915 (Vorjahr: 1.940) Besitzumschreibungen leicht im Minus. Insgesamt zeigte sich Bley zuversichtlich, denn die „starken Monate für die motorisierten Zweiräder“ begännen jetzt. Auch die Modell-Offensive werde dem Markt Impulse geben können.